Katrin – Psychotherapeutin – Bedeutung von Kommunikation

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Über die Bedeutung von Kommunikation und zuhören berichtet eine Psychotherapeutin

Unsichtbare Beeinträchtigung – Anerkennung durch das Umfeld

Wir Menschen sind soziale Wesen, d.h. um unsere Grundbedürfnisse nach Anerkennung, Zuneigung und Geborgenheit erfüllen zu können, sind wir auf unsere Mitmenschen angewiesen.

Dies gilt für uns alle, aber in besonderer Weise für Menschen mit „unsichtbaren“ Beeinträchtigungen. Diese können dazu führen, dass Menschen auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sind. Daher kommt dem Umfeld der betroffenen Personen eine ganz wesentliche Bedeutung zu, sie sind eine wesentliche Ressource. 

Bedeutende Aspekte in Beziehungen und im Umfeld

Damit dies gelingen kann, gilt es auf einige Aspekte zu achten, die natürlich auch in allen anderen persönlichen Beziehungen von Bedeutung sind. Unsichtbare Beeinträchtigungen machen es Angehörigen noch schwerer einzuschätzen, wo Hilfe/ Rücksichtnahme nötig ist als bei sichtbaren Einschränkungen.

Das kann schnell zu Missverständnissen und Frustration auf beiden Seiten führen.
Um zu verstehen, mit welchen Problemen Betroffene im Detail zu kämpfen haben, wo Unterstützung sinnvoll oder aber auch unangebracht ist, ist aufmerksames Zuhören scheinbar banal jedoch unverzichtbar. 

Kommunikation – Sprechen und zuhören lernen

Wenn Betroffene bereit sind, über ihre Beeinträchtigungen und die damit verbundenen Probleme zu sprechen, sollten Angehörige sich Zeit nehmen, aufmerksam zuzuhören, nachzufragen, Interesse zu zeigen. Ein Aspekt der Kommunikation.

Vorschnelle Ratschläge und Lösungsangebote führen zu dem Gefühl, nicht ernst genommen —übergebügelt — zu werden, und behindern den Aufbau eines positiven Selbstbildes und auch von Beziehungen, die auf Vertrauen und Respekt basieren.

Als Angehörige Hilfe suchen und annehmen

Zusätzlich kann ein fundiertes Hintergrundwissen über die Beeinträchtigung oder Erkrankung,
die zu Beeinträchtigungen führt, hilfreich sein, um zu entscheiden, welche Form der Unterstützung in welchem Maße sinnvoll ist.
Fachlich fundierte Ratgeberliteratur, Austausch mit Experten (z.B. Ärzte, Therapeuten etc.) und der Austausch mit anderen Betroffenen und deren Angehörigen (z.B. im Rahmen von Selbsthilfegruppen) können wichtige Informationsquellen dafür sein.

Grenzen der Unterstützung erkennen, benennen und aufzeigen – Kommunikation

Sicher entstehen für Angehörige aber auch Situationen, in denen sie im Rahmen ihrer Unterstützungsangebote an eigene Grenzen stoßen oder das Verhalten des anderen unangemessen finden. Dann ist es wichtig, dies direkt und offen, aber dabei auch zugewandt anzusprechen.

Die Akzeptanz kritischer Rückmeldungen ist in der Regel größer, wenn Angehörige möglichst konkret benennen, welches Verhalten, welche Gefühle bei ihnen auslöst und was sie sich von ihrem Gegenüber konkret wünschen würden.

Während pauschal formulierte Vorwürfe oder allgemeine Kritik erfahrungsgemäß meist Widerstand auslösen, kann die Formulierung als sogenannte „Ich-Botschaft“ eine offene und konstruktive Kommunikation unterstützen.

Ein „Ich würde mir von dir wünschen, dass…“ wird viel eher angenommen als ein „immer machst du das und das falsch“.

Eigene Grenzen erkennen und wahrnehmen

Schließlich ist die achtsame Wahrnehmung und Berücksichtigung eigener Grenzen und Kapazitäten notwendige Voraussetzung, damit Angehörige Unterstützung geben können.
Das Thema Selbstfürsorge ist somit zentral, um die eigene körperliche und psychische Gesundheit zu erhalten. Dazu zählen Momente der Erholung ebenso wie der Austausch mit anderen Betroffenen und Nicht-Betroffenen.

Mein Fazit als Therapeutin

Kommunikation ist ein wichtiger Teil von Beziehungen. Gerade unsichtbare Beeinträchtigungen führen in Beziehungen, Familien und Freunden häufig zu Missverständnissen und Frustration.

Es absolut hilfreich hier externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies können Psychotherapeuten, Coaches, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen sein.

Herzliche Grüße
Katrin

(psychologische Psychotherapeutin)

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