Unsichtbare Symptome bei Multiple Sklerose (MS)

Nystagmus

Der Nystagmus, auch Augenzittern genannt, eine Augenerkrankung, die häufig auftritt. Beide Augen zittern unkontrolliert oder zucken. Der Nystagmus tritt in verschiedenen Formen auf. Er äußert sich durch Schlag- oder Pendelbewegungen des Auges.

 

Auswirkungen

Nystagmus wirkt sich sowohl auf das Sehen als auch auf das Selbstbild aus. Die meisten Menschen mit Augenzittern leiden auch oft unter einer Seheinschränkung. Dabei schweifen die Augen kontinuierlich über   das, was sie betrachten. Dadurch kann man keine klares Bild sehen. Nystagmus schränkt den Alltag und die Lebensqualität enorm ein.

Ursachen

Jede Gehirnerkrankung wie Multiple Sklerose oder ein Gehirntumor kann, einen Nystagmus (Kerstin berichtet) auslösen. Sind die Bereiche, die die Bewegung kontrollieren durch die Krankheit  geschädigt, wirkt sich das auf die Augen aus. Außerdem können Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Therapie

  • Kompensationsmechanismen
  • Medikamentöse Behandlung
  • Operation
  • Botulinumtoxin

Nystagmus ist eine Augenerkrankung – bis heute noch nicht vollständig heilbar. Das Zucken und Zittern der Augen gehört umgehend in ärztliche Behandlung, wie den Augenarzt und Neurologen. Den es kann Hinweise auf neurologische Erkrankungen oder pathologische Veränderungen des Gleichgewichtsorgans darstellen. Eventuell noch abschließend den HNO-Arzt konsultieren.

Hier könnt ihr weitere Hinweise bekommen, wobei das KEINEN Arztbesuch ersetzt. Unbedingt bei erste Anzeichen fachliche Hilfe einholen! (Caro_R.)

MS und Depressionen sind bei Multiple leider keine Seltenheit

Depressionen gehören zu den unsichtbaren Symptomen bei MS!

Letztens sagte man mir folgenden Satz zu mir: “Du siehst nicht krank aus.” Und ich antwortete: “Ich bin depressiv und habe keinen Lebensmut.” Damit können die wenigsten Menschen etwas anfangen oder sie sind überfordert mit der Situation. Ich sehe es ihnen in ihrem Gesicht, man spürt es am Telefon… 

Neben der MS noch eine eigenständige Krankheit, wie die Depression, zu verstehen, überfordert viele; selbst Freunde oder Partner. Da ich selbst davon betroffen bin, stehe ich auf der anderen Seite. Einem auffangen können die wenige – man bleibt oft alleine, deshalb lest euch meinen Artikel durch, um euch Hilfe von außen zu holen. 

Die Diagnose Multiple Sklerose bedeutet auch eine extrem große psychische Belastung des Betroffenen. Während dieser chronischen Erkrankung kann es immer wieder zu einer Depression oder depressiven Episoden kommen. Denn nicht genug damit, dass die MS `1000 Gesichter´ hat, die Begleiterkrankung Depression erhöht den Leidensdruck des Betroffenen zusätzlich und beeinflusst sein Leben manchmal mehr als die MS selbst.

Die unsichtbaren Symptome der MS stellen eine große Belastung für den Erkrankten dar, gekennzeichnet durch chronische Erschöpfung, Desinteresse, mangelnde Aufmerksamkeit, seelische Tiefs oder Gedächtnisschwierigkeiten. Ein Gesunder kann dies kaum nachempfinden. Umso mehr gilt das Augenmerk der Aufklärung über Depressionen, die eine ernst zu nehmende, aber heilbare Krankheit darstellen.

Vielfältige Ursachen der Depression

Risikofaktoren sind beispielsweise:

  • körperliche Erkrankungen
  • Medikamente
  • chronische Krankheiten
  • Depression in der Familie
  • Pflegebedürftigkeit
  • chronische Über­forderung
  • Dauerstress
  • negative Erfahrungen
  • starre oder wenig flexible Grundeinstellungen
  • überhöhte Ansprüche
  • verzerrte Gedankenwelt
  • Drogen
  • Alkohol

Multiple Sklerose begünstigt in 50 Prozent der Fälle die Entstehung einer schweren Depression, nimmt man die weniger schweren Depressionen hinzu, steigt das Risiko auf erschreckende 70 Prozent.

Empathie zeigen bei MS und Depressionen

Mit einem körperlich stark Betroffenen hat man sofort Mitgefühl, ein “unsichtbar” psychisch Betroffener stößt vielleicht sogar auf Ablehnung, trotz größerem Leidensdruck. Manchmal ist Hilfe für mich, wenn mir jemand nur einfühlsam zuhört, mehr nicht. Und wenn der Leidensdruck so groß ist, dass ich nicht mehr sprechen möchte, genügt es mir, wenn jemand einfach nur bei mir ist und dankbar dafür, wenn ich deshalb nicht auf Unverständnis stoße. Viele MS-Patienten befinden sich in ähnlichen Situationen und haben Schwierigkeiten, verstanden zu werden, weil man gerade “unsichtbare” Leiden nicht so leicht verständlich machen kann.

Gegenseitige Hilfe

Wer kennt solche Situationen oder ist von Depressionen betroffen? Schreibt uns gerne eure Meinung oder Erfahrungen.

Viele Leser*innen tauschten sich auf meinem Blog aus. Von euch konnte ich ebenfalls schon vieles lernen und eure gereichte Hand annehmen. Denn man ist oft sehr alleine mit einer Depression oder depressiven Verstimmungen.

Den vollständigen Artikel, wie ihr Depressionen verstehen könnt, lest auf meinem Blog weiter. (Caro_R.)

Blasenstörungen bei MS gehört zu den unsichtbaren Symptome der Multiplen Sklerose

Medizinische Aspekte von Blasenstörungen bei MS

Unsichtbar, doch wenn es in die Hose geht, sichtbar! Blasenstörungen bei MS – etwa 70 bis 80 % der MS-Erkrankten sind davon betroffen, Formen und Ursachen können sich im Verlauf der Erkrankung ändern.

Bei Blasenstörungen ist der Urologe gefragt! Hier sollte am besten ein Miktions-Tagebuch mitgebracht werden, indem die Häufigkeit des Wasserlassens und welche Symptome sie verspüren beispielsweise unwillkürlich, heftiger Harndrang etc. eingetragen werden. Es ist überhaupt sinnvoll von Beginn an, nach den ersten Beschwerden, regelmäßig den Restharn und den Urin kontrollieren zu lassen.

Blasenstörungen

Harnwegsinfekte bilden sich auch oft in einer nicht ganz entleerten Blase, da dies das Wachstum von Bakterien begünstigt. Mit Ultraschalluntersuchungen wird kontrolliert, ob ihr zu Restharnbildungen neigt. Diese sind meist zu Beginn sehr gut mit einem speziellen Blasentraining und Beckenbodenübungen bei einer Physiotherapeutin oder mit speziell entwickelten Geräten in einer urologischen Praxis zu erlernen. Diese Therapiegeräte sind Biofeedback-Geräte, die vom Urologen rezeptiert und zuhause angewendet werden. Mindestens zweimal am Tag und über viele Wochen. Bitte sprecht euren Uro- oder Neurologen daraufhin an.

Ein weiterer Grund der Blasenentleerungsstörungen kann eine Verkrampfung der Blasenwand sein. Es kommt zu häufigerem und heftigerem Harndrang, mehrmals nachts, aber zu keinem Restharn, und man nennt diese Art auch Dranginkontinenz (spastische Blase).

Therapie

Als Therapie zur Erhöhung der Blasenkapazität kommen Anticholinerge Medikamente z.B. Trospiumchlorid (Spasmex) in Frage. Seit 2011 ist Botulinumtoxin (Botox) bei Harninkontinenz mit Überaktivität bei MS zugelassen.

Des weiteren gibt es Kondom-Urinal (für Männer) und Inkontinenzeinlagen (für Frauen), Nasenspray (Desmopressin) zur Nacht oder bei wichtigen Terminen, Blasentraining, regelmäßiger Toilettengang, Zeitabstände des Toilettengang langsam erhöhen und Beckenbodengymnastik in Frage.

>Sprecht bitte ausführlich über diese Themen und Behandlungsmöglichkeiten mit eurem Urologen!

Restharnbildung

Im weiteren Verlauf einer Blasenfunktionsstörung kann es auch zu Restharnbildung kommen, wenn das Zusammenspiel von Blasenmuskel und (innerem oder äußerem) Schließmuskel gestört ist, sogenannte DSD-Blase (Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie). Man verspürt nur geringen Harndrang und die Blasenentleerung ist verzögert bzw. der Harnstrahl endet plötzlich, obwohl die Blase noch nicht entleert ist. Es kann zu erheblichem Restharn kommen.

Ähnlich verhält es sich bei der sogenannten schlaffen Blase. Hier ist die Restharnmenge bei schlaffer Blasenwand groß und es besteht kein Harndrang. Der Urinabgang ist spontan bei einer Erhöhung des Blasendrucks beispielsweise beim Husten, oder bei Druck auf die Blase. Deswegen spricht man auch von einer “Überlauf-Blase”.

Was kann man vorbeugend tun und was bedeutet eine Selbstkatherisierung – das könnt ihr hier weiterlesen! (Caro_R.)

Fatigue bei MS

Fatigue bei MS ist echt eins der häufigsten und belastende Symptome und unsichtbar. Wenn man erschöpft ist und müde aussieht, dann wird auch dieses unsichtbare Symptom sichtbar. Manche Betroffenen fallen einfach die Augen zu oder sie unterbrechen eine Unterhaltung, um sich hinzulegen.

“Ich bin während einer Fatigue so müde und erschöpft, dass ich nicht mehr klar denken kann. Ein Gespräch kann ich nicht folgen und fühle mich total gerädert. Manchmal fallen mir fast die Augen zu und ich höre und sehe nichts mehr.”

Viele Betroffene wachen morgens auf und fühlen sich wie durch den Wolf gedreht, trotz dass sie viele Stunden geschlafen haben. Manche Betroffene erleiden im Laufe des Tags eine regelrechte Müdigkeitsattacke. Der Körper fühlt sich bleiern an, die Arme und Beine werden schwer und das Denken zur Tortur. Ruhe– und Schlafphasen bringen keine oder kaum Erholung.

Oft die ersten Anzeichen einer MS

Circa 70 % der MS-Patienten leiden unter einer Fatigue. Sie sind die häufigsten und ersten Symptome (extreme Ermüdung und Erschöpfung) bei Multiple Sklerose. Lass bei deinem Neurologen nicht locker, denn einige Ärzte nehmen Fatigue noch immer nicht so ernst. Bitte spreche unbedingt mit einem Facharzt, denn eine Fatigue kann sich verschlimmern, verbessern oder stabilisieren im Verlauf der Erkrankung. Es gibt Medikamenten und Therapien. (Caro_R.)

Schmerzen

Schmerzen und MS

In der Medizin wird gesagt, dass die Multiple Sklerose für sich keine Schmerzen verursacht. Dies bezieht sich auf aktive Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark. Viele Entzündungsherde – Läsionen – verlaufen, ohne dass man etwas davon mitbekommt.

Ganz anders sieht es bei aktiven Schüben aus. Viele der Symptome, die (sichtbar und unsichtbar) durch den Schub ausgelöst werden, gehen mit teils erheblichen Schmerzen einher. Als Erstes sei hier die Trigeminusneuralgie genannt, lest hier weiter, für mehr Informationen.
Aber auch Sensibilitätsstörungen können durch Verbrennungsgefühle Schmerzen verursachen.

Schmerzen durch Sensibilitätsstörungen

Ein weiteres schmerzhaftes Symptom ist das sogenannte Lhermitte Zeichen. Es entsteht bei Entzündungen im Rückenmark. Bei Kopfbeugung schießen Gefühle wie elektrische Blitze durch den Rücken und Beine. Das ist eine Mischung aus extrem unangenehm, bis schmerzhaft.
Ich kann mich noch lebhaft an mein eigenes Lhermitte erinnern – mein erstes Symptom der MS. Ich konnte wochenlang meinen Kopf kaum bewegen, aus Angst, dass die Blitze wieder durch die Beine schießen.

Ebenso das Verbrennungsgefühl am Bein, jede Berührung – sei es die Bettdecke, abtrocknen, Hose anziehen. Das brennende Bein macht alles zur Qual. Ganz wie eine richtige Verbrennung. Bloß sieht man nichts.

All die hier genannten Symptome werden wie gesagt durch einen akuten Schub verursacht und werden dementsprechend – meist mit hochdosiertem – Kortison behandelt.

Weiterhin entstehen aber auch Schmerzen, die in späterer Folge der Erkrankung auftreten können. Allem voran sei hier die Fehlhaltung in Folge von Abstützen auf dem Rollator oder Stock mit resultierenden Nacken- oder Rückenschmerzen genannt. Aber auch Fehlhaltungen durch Spastik, beispielsweise im Arm, verursacht Muskelschmerzen.
Teil-Lähmungen an Armen und Beinen müssen durch weniger betroffene Körperteile kompensiert werden, sodass es auch hier zu Fehl- und Überbelastung einzelner Muskeln und Gelenke kommen kann.

Maßnahmen gegen die Schmerzen

Ansprechpartner für diese Arten von Schmerz ist erstmal eure Physiotherapeut*in. Weiterhin können die Schmerzen mit Schmerzmitteln oder Medikamenten gegen die Spastik behandelt werden. Besprecht dies bitte unbedingt mit eurem Arzt!

Sollte dies nicht ausreichen, wendet euch an speziell ausgebildete Schmerzspezialisten! Hier gibt es Hilfe, auch wenn Neurologen und Orthopäden nicht weiter wissen!

Unbehandelte, chronische Schmerzen gehen mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einher.

Wie ist es euch ergangen? Schreibe uns gerne über das Kontaktformular. (Caro_M.)

Sensibilitätsstörungen

Ich würde sagen, alle MSler kennen das:
Es kribbelt und krabbelt, das Bein fühlt sich heiß an, der Arm eiskalt, dafür spürst du den linken Fuß
oder die Hände eigentlich gar nicht. Dazu noch ein Korsett um den Rump oder das Gefühl als wäre
ein zu enger Gürtel um die Brust.

Sensibilitätsstörungen sind ein weites Feld, mal im Hintergrund, weil man sich dran gewöhnt hat.
Oder extrem nervig, teils schmerzhaft wenn mal wieder was dazu kommt.

Nur Sensibilitätsstörungen?

So kommt es dann, dass verschiedene Symptome auf verschiedenen Ebenen wirken können.
Sensibilitätsstörungen können schmerzhaft sein, dies führt zur Rubrik Schmerz, oder wie oben
geschrieben zu Gangstörung, wenn du die Füße nicht richtig spürst.
Die Aussage, jedenfalls, dass es sich „nur“ um Sensibilitätsstörungen handelt, und damit als Symptom
nicht richtig ernst genommen wird, ist jedenfalls nicht zutreffend…
Wie vermutlich alle von uns wissen! (Caro_M.)

Trigeminusneuralgie

Als Trigeminus-Neuralgie bezeichnet man eine Entzündung des Gesichtsnervs im Bereich häufig im Bereich der Wange oder des Kiefers.
Trigeminusneuralgien kommen bei MS Patienten als Schub in circa 5% aller Fälle vor.

Die Betroffenen leiden unter plötzlich einschießenden, heftigen, brennenden Schmerzen im Versorgungsgebiet der betroffenen Nervenäste. Die einschießende Art der Schmerzen bezeichnet man als „Paroxysmale“ (Anfallsartige) Schmerzen und können auch beidseitig auftreten.
Häufig gibt es sogenannte Trigger, die die Schmerzen auslösen. Das kann Zugluft, Kälte, Wärme, Schlucken oder Sprechen sein. Oftmals entstehen sie auch spontan, ohne dass ein Trigger auszumachen ist.

Betroffene sagen hierzu

„Es waren Attacken, blitzartig einschießend von 0 auf 100. Als wenn mir jemand ein Messer ins Gesicht sticht und ein Stromkabel dranhält. Brennt dabei wie Feuer im betroffenen Bereich und fühlt sich an, als wenn die Haut knistert wie ein Feuerwerk. Anhaltend für 30 bis 60 Sekunden. Sehr schmerzhaft auf einer Skala bis 10, eine glatte 10.“

Behandlung

Als Behandlung kommen verschiedene Medikamente gegen neuropathische Schmerzen in Betracht. 
Sollte die medikamentöse Behandlung nicht ausreichen, gibt es die Möglichkeit den Nerv zu durchtrennen.

Sprecht bitte mit eurem Neurologen, falls ihr den Verdacht habt, ihr könntet unter einer Trigeminus Neuralgie leiden. (Caro_M.)

Gangunsicherheit / Gehprobleme

Gangunsicherheit ist ein weit verbreitetes Problem bei der MS. Dieses Symptom kann je nach Ausprägung und Ursache ein sichtbares oder unsichtbares Symptom sein, wir beschränken uns hier auf die „unsichtbare Variante“.

Ursachen von Gangunsicherheiten

Wackelige Knie, taube Fußsohlen oder Beine, aber auch eine beginnende Muskelsteifigkeit (Spastik) oder Gleichgewichtsprobleme können zu Gangunsicherheiten führen, die von außen so nicht zu sehen ist.

Auswirkungen von Gangunsicherheiten

In vielen Fällen ist man als Betroffener stark verunsichert, traut sich ohne Geländer keine Treppe mehr hoch oder runter, der Gang gerät ein bisschen aus der Spur. Den Spaziergang im Wald bewältigt man mit Stöcken.

Von außen betrachtet wirkt es etwas merkwürdig, wenn ohne erkennbare Ursache Hilfsmittel benutzt werden, oder Betroffene an Treppen, „den Verkehr aufhalten“, weil nach dem Treppengeländer gesucht wird.

Einfach los rennen war einmal, wenn man die Füße nicht spürt. Ein kaputter Fahrstuhl verursacht Schweißausbrüche und auch das Fahrradfahren gerät zur Mutprobe – Alltag für viele MSler, aber auch bei anderen neurologischen Erkrankungen, wie der Polyneuropathie (PNP).

Erfahrt in Marks Bericht wie es ihm damit geht!

 

 

 

 

 

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